Moderne Dämonen

FratzeFrüher glaubte man daran, dass Krankheiten und Unglücksfälle durch Dämonen verursacht werden und in manchen Kulturen ist die Vorstellung von unheilbringenden Geistern und Dämonen nach wie vor fest verankert. Aber hierzulande und heutzutage glaubt niemand mehr an Dämonen als Krankheitsursache! Krankheiten werden durch Viren, Bakterien, Fehlernährung oder die genetische Disposition verursacht. Wir glauben fest an die Wissenschaft und belächeln frühere Erklärungsversuche (unerklärliche Krankheiten spiegelten sich z.B. in ihrer Namensgebung wider: Hexenschuss).

Doch so leicht lassen sich die einstigen Dämonen nicht vertreiben – sie sind geschickte Plagegeister, die sich raffiniert zu verwandeln und anzupassen vermögen. Die Dämonen, die einst ums Haus herum spukten, Ernten verdarben und Krankheiten brachten, scheinen sich von der äußeren Welt in die innere Welt verzogen zu haben: Heutzutage kehren sie gerne in Form von „Glaubenssätzen“, „Ängsten“ schlimmstenfalls „Psychosen“ und „Depressionen“ in den seelischen Lebensbereich ein und lassen sich häuslich nieder.

Sie hindern die Menschen in Form von negativen und zerstörerischen Gedanken daran, sich gut zu entwickeln, sich frei und unbeschwert zu fühlen und glücklich und erfolgreich zu sein.

Wie ein ungebetener Gast, ein miesepetriger Zeitgenosse oder eine bösartige Furie sitzen diese dämonischen (Gedanken-) Wesen in unseren Gedanken und haben größte Freude daran zu hindern, zu zerstören und kleinzuhalten.

Früher versuchte man, der Unerklärlichkeit der Phänomene und ihrer daraus resultierenden Bedrohung durch allerlei Hilfsmittel aktiv entgegenzuwirken. Materiellen Schutz erhielt man z.B. in Form von Talismanen und sonstigen Amuletten, geistigen Schutz durch Segenssprüche, Gebete und andere magische Formeln. Jeder kennt heutzutage mindestens noch ein paar der vergangenen Relikte dieses magischen Denkens (auf Holz klopfen, Horoskope lesen, Schornsteinfeger berühren, Glückspfennig aufbewahren, vierblättriges Kleeblatt finden, Salz und Brot zum Einzug verschenken etc.), aber so richtig beschützt und geistig geborgen fühlen wir uns durch sie nicht mehr.

Aber wodurch erhalten wir heute Schutz, wenn wir uns von negativen (Gedanken-) Wesen belästigt fühlen? Ein Anfang ist gemacht, wenn man sich der negativen Gedanken überhaupt erst einmal bewusst wird. Ein bedeutsamer dämonischer Plagegeist sind sogenannte „Glaubenssätze“, die man über einen langen Zeitraum geradezu mantrenförmig wiederholt und die deswegen tiefe Eindrücke im Geist (Seele) hinterlassen. Häufig sind wir uns dieser (negativen) Glaubenssätze gar nicht bewusst. Es können unachtsam gefallene Äußerungen sein, die man mithörte oder absichtlich vermittelte (Schein-) Wahrheiten. Es lohnt sich, diesen dämonischen Plagegeistern auf den Zahn zu fühlen, um sie als das zu entlarven, was sie in Wirklichkeit sind: Leere Worthülsen. Geistige Hindernisse. Negative, dumme Gedanken, die aus Unachtsamkeit, Verletzung oder Bosheit ausgesprochen wurden, die nun vor sich hin modern, Fäulnisgase absondern und die Luft verpesten, also: Vollkommen überflüssig aufzubewahren! WEG DAMIT, SIE SIND ZU NICHTS NUTZE!

Hier ein paar Beispiele für derartige Stinkbomben:

  • Ihr kommt nie auf einen grünen Zweig!
  • Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr!
  • Das kannst Du nicht!
  • Geld fällt nicht vom Himmel!
  • Ich werde das nie schaffen!
  • usw.

Glaubenssätze sind tief verankerte Sätze, an die wir glauben, aber wie es im Glauben manchmal so ist, verfolgt man manchmal blind etwas, das man vielleicht lieber überprüfen sollte. Ein bekannter Glaubensstifter, nämlich der Buddha sagte selbst: „Nehmt nichts von dem, was ich euch lehre, einfach aus Glauben oder aus Respekt vor mir an, sondern überprüft es selber, als ob ihr Gold kauftet.

Genauso sollten wir nicht einfach irgendwelche Glaubenssätze von unseren Eltern, Großeltern, Freunden oder Bekannten annehmen, sondern sie ebenfalls kritisch überprüfen. Sind sie nicht „Gold wert“, dann weg damit!

Wenn Du einen hohen Berg ersteigen musst, was möchtest Du dann hören, was motiviert Dich? „Das schaffst Du nicht! Viel zu hoch! Unrealistisch!“

Oder: „Du packst das! Andere kochen auch nur mit Wasser! Der Erfolg wird kommen!“

Was möchtest Du in der Mitte des Aufstieges hören, wenn Deine Waden zwicken und Deine Lunge von der dünnen Luft brennt? „Gib auf! Kehr um! Unten ist es doch auch okay!“?

Oder: „Ruhig bleiben! Waden ausschütteln, Ressourcen schonen, Magnesium nehmen und langsam weitergehen! Du schaffst das!“

Und wenn Du oben angelangt bist, was möchtest Du dann hören? „Jetzt kommt der Abstieg! Wozu also die ganze Mühe?“

Oder: „ Super gemacht! Genieße die Aussicht! Du kannst stolz auf Deine Leistung sein!“

Natürlich geht es von der Spitze des Berges erst einmal wieder runter, aber dahinter wartet bereits der nächste Berg, die nächste Anstrengung – und das nächste Erfolgserlebnis in der Bezwingung des Berges. Und beim Bergsteigen sammelt man wertvolle Lebenserfahrung.

Die Täler zwischen den Bergen sind nicht nur beruflicher Art, es kommen Talfahrten durch Gesundheit, Partnerschaft, Freundschaften, finanzielle Todesschluchten etc. hinzu.

Aber diese Berg- und Talfahrten sind unabänderlicher Bestandteil menschlichen Lebens und es gibt keine Möglichkeit, ihnen zu entgehen. Was wir für diese Wanderung brauchen ist ein mit gutem Proviant gefüllter Rucksack. Was man jedoch gar nicht erst in den Rucksack einpacken muss bzw. getrost wieder entsorgen kann, sind hinderliche, negative Gedanken. Diese Zurufe von Dämonen, die gerne auch rechts und links des Weges stehen, sind vollkommen überflüssig und schädlich.

Manche Menschen scheinen eine größere geistige Widerstandsfähigkeit (Resilienz) als andere zu besitzen und schaffen es eher, den Dämonen einen Tritt zu versetzen bzw. sich die Ohren mit Watte zu verstopfen, um die negativen Glaubenssätze zu überhören. Sie scheinen die Berg- und Talfahrten leichter zu schaffen als andere. Vielleicht gehen sie aber auch mit ihren körperlichen und geistigen Ressourcen sorgsamer als andere um und betreiben nicht einen solchen Raubbau mit ihrem Körper und ihrer Seele, denn Resilienz schöpft sich aus mehreren Quellen.

All denen, die den Eindruck haben, sie könnten einen patenten Ghostbuster im Kampf gegen die modernen Dämonen und deren Glaubenssätze gebrauchen, oder sich jemanden wünschen, der einem dabei hilft, den Proviant im Rucksack auf das Haltbarkeitsdatum hin zu überprüfen, seien die Seminare der „Gesellschaft für Resilienz“ von Silke Schippmann und Nicole Willow ans Herz gelegt. Übrigens: Deren Kompetenz ist selbstverständlich mit den handelsüblichen anderen religiösen und magischen Hilfsmitteln kompatibel 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.