Lotusbande und andere Mama- das war das Sommercamp 2016!

Lotusbande und andere Mama- das war das Sommercamp 2016!

Andere Mama„Da bist Du ja endlich!“ riefen sieben laute Kinderstimmen quer über das ganze Sommercamp-Gelände, als der ersehnte blaue Zentrums-Wagen die Auffahrt hochfuhr. Oh, wie sehr hatten sie gewartet! Endlich war die Kinderbande „Der bunte Lotus“ wieder komplett!

Dass sie überhaupt so lange aufeinander hatten warten müssen…

… lag an dem übervollen Terminkalender des Khen Rinpoche, dem geistigen Lehrer des tibetischen Zentrums. Durch seine zahllosen Verpflichtungen in Hamburg, Hannover, Indien und Tibet war nur dieser eine Termin für das große buddhistische Sommercamp frei gewesen. Und zu dieser Zeit hatten noch nicht alle Kinder Schulferien! Deswegen reisten die Bandenmitglieder auch kleckerweise an.

Dere bunte Lotus BandenbuchDas lange Warten war eine gute Gelegenheit für die Bandenmitglieder, eine der sechs Vollkommenheiten zu üben: nämlich Geduld. Nun aber war genug geübt worden und Lina konnte kaum aus dem Auto steigen, da wurde sie schon von den sieben anderen Bandenmitgliedern mitgerissen. „Los jetzt! Komm endlich. Auspacken kannst Du später!“

Wohin sollte sie mitkommen? Natürlich zur Lagebesprechung im Hauptquartier. Wo dieses Quartier ist, bleibt natürlich streng geheim.

Totenkopf BrettchenSchließlich ist so ein ungestörter Ort nicht leicht zu finden. Das Gelände rund um das alte Bauernhaus, das nun Studien- und Meditationszentrum ist – ist zwar groß und verwinkelt, aber trotzdem waren viele Orte für den bunten Lotus tabu. Aus dem großen Haupttempel hatte man sie freundlich aber bestimmt vertrieben. Chips und Gummibärchen durfte man hier sowieso nicht naschen und alle paar Minuten kam jemand vorbei, um zu beten oder nachzudenken. Unverschämtheit 😉

Im kleinen Tempel war es genauso, außerdem übten hier die „Himmlischen Tänzerinnen“ für ihre große Aufführung. Die duftende Küche der Köchin Annerose und ihrem Team war zu heiß, zu wuselig und sowieso Sperrgebiet.

Tellerberge „Betreten verboten!“ stand auf dem großen, roten Warnschild am Eingang der Küche.

Die Dusch- und Waschräume waren es zu nass und zu ungemütlich. Im kleinen Schrein zu eng und zu heilig für konspirative Pläne und auf dem Zeltplatz konnte man nie sicher sein, nicht doch belauscht zu werden – schließlich sind Zeltwände so dünn wie Papier.

Ein wunderbarer Banden-Treffpunkt ist natürlich die „Kinderinsel“. Umgeben von einer hohen, blickdichten Buchenhecke befindet sich der Erlebniskindergarten, den Myriam von der Lotuskrippe Hannover, Erzieher Michael aus Bremen und Isabel vom Völkerkundemuseum Hamburg ausrichten. In der „Kinderinsel“ hatte sich die Kinderbande „Der bunte Lotus“ 2015 im Sommercamp gegründet. Damals war das Bandenzeichen ein gefilztes Blütenblatt, in das ein Gruppenfoto eingenäht wurde. „Legen wir alle acht Blütenblätter zusammen, erwacht die Kraft des bunten Lotus“ erklärte Franka, eines der Gründungsmitglieder. In diesem Jahr entschloss sich der bunte Lotus zu einem neuen Bandensymbol: Acht gleichfarbige, geknüpfte Freundschaftsbänder.

Und auch 2016 war der Erlebniskindergarten wieder rappelvoll. Bis zu 22 Kinder im Alter von 1,5 bis 15 Jahre trafen sich täglich rund um das Trampolin, das Spiel- und das Erlebniszelt, um zu basteln, zu spielen, zu lesen oder einfach nur zu entspannen. Die zahlreichen Angeboten waren heißbegehrt.

Tibetisches Alphabet LötenIn diesem Jahr waren bei den Größeren eindeutig die Arbeiten mit dem Lötkolben auf Frühstücksbrettern und Baumrinden und die Schnitzwerkstatt am beliebtesten. Aber auch Stiftekisten basteln, T-Shirt-gestalten, Familienblumen bekleben, das Durchpausen und Gestalten von Leinwänden machten vielen Freude.

Kresse SamenDie jüngeren Kinder haben wieder voller Lust geknetet, mit Fingerfarben gemalt, hingebungsvoll im Bällebad gespielt oder mit Bohnen experimentiert. Sie haben Tontöpfe bemalt und Kresse gepflanzt, Schutzamulette aus einer alten Drucktafel erstellt, Schatztruhen beklebt und Pop-up-Altäre aufgebaut.

 

Schatzkästchen

Und immer wenn man sich mal richtig austoben wollte, sprangen die Kinder auf dem Trampolin, spielten Tischtennnis, Tischkicker, Badminton oder das Versteck- und Fangspiel „Königstreu“.

Trinkbecher SommercampNachmittags um fünf versammelten sich groß und klein rund um Myriam‘s Popcorn-Maschine oder das Waffeleisen, die Knabberbox oder die Obstschale. Alle Kinder, vom Krabbelkind bis zum Teenager haben es genossen, von morgens bis spät in die Nacht vollkommen frei spielen zu können. Mittags gingen einige mit ihren Eltern zum benachbarten Schwimmbad.

Steinshop Katalog

 

Auch der „Steinshop“, in dem die Kinder besonders schöne Steine, die gewaschen und poliert wurden verkauften, soll nicht unerwähnt bleiben. Einen Teil der Erlöse wurde dem Sommercamp gespendet.

Der „bunte Lotus“ hat dieses Jahr besonders gerne Werwolf gespielt. Sie haben auch einen Kinoabend und eine Übernachtung organisiert, zu der netterweise nicht nur Bandenmitglieder eingeladen waren.

 

Kindermandala 3…. Und ganz besonders hingebungsvoll streuten die Kinder immer wieder neu an dem Kinder-Sandmandala.

Übrigens gab es noch ein zweites interessantes Wiedersehen. Nicht nur die Lotusbande fiel sich glücklich in die Arme, auch ein kleiner blonder Junge verliebte sich unsterblich in eine fremde Frau aus München, die er noch nie zuvor gesehen hatte. „Das ist meine andere Mama!“ sagte er glücklich und wich der überraschten Frau fortan nicht mehr von der Seite. Wie schön, dass sich die Eltern des Jungen nicht in Eifersucht verloren, sondern sich mit ihm freuen konnten…

 

Viel zu schnell waren die zehn Tage vorbei. Ferien sind eine kostbare Zeit. Das Leben ist eine kostbare Zeit. Und beides ist so schnell vorüber.

Familienblume 2„Irgendwie bin ich hier glücklicher als Zuhause!“ sagte eine Teilnehmerin und sprach damit sicherlich vielen aus der Seele. Kein Wunder, waren wir doch im Sommercamp so herrlich versorgt von den unermüdlichen Helfern aus Küche und Hauswirtschaft, den Handwerkern, Filmemachern und Trainern, Künstlern, Helfern und der wunderbaren Kinderbetreuung.

In diesen zehn Tagen Sommercamp können wir uns wie in einer gemütlichen Hängematte entspannt ablegen und das Leben in seiner großen Leichtigkeit und Freude genießen.

 

Wir danken insbesondere unserem Lehrer und buddhistischen Meister Khen Rinpoche und seinen Ordinierten, die unablässig und mit großer Tatkraft an den Seilen dieser geistigen und physischen Hängematte knüpfen, entstandene Löcher stopfen und dafür Sorge trugen, dass niemand durch die Maschen hindurchfällt.

Ich liebe das Sommercamp

Und wie geht es weiter? Vielleicht besuchen sich die Kinder noch einmal am Ende des Sommers, um gemeinsam zu spielen. Aber wenn es nicht klappen sollte, treffen sie sich 2017 zum großen Dharma Sommercamp in der Lüneburger Heide wieder. Und auch wir Erwachsene freuen uns schon so sehr auf diese besondere Zeit, in der wir alle gemeinsam, friedlich und inspiriert ein paar schöne Tage verleben.

Leere Becher KücheHerzlichen Dank an alle!

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2 Gedanken zu „Lotusbande und andere Mama- das war das Sommercamp 2016!

  1. Lina

    Liebe Isabel Lenuck, ich War total begeistert und inspiriert von deinem Blog. Es hat mich fasziniert wie du das SommerCamp beschrieben hast.
    Es fühlte sich alles so lebendig an, das ich mich sofort darin hinein versetzen konnte wie schön dieser Ort dieses Jahr war. So fröhlich , unbefangen und ruhig.
    Vielen Dank für diese schöne Inspiration. Und GLG

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    1. Isabel Lenuck Beitragsautor

      Liebe Lina,

      vielen Dank für Deinen lieben Kommentar! Ich freue mich schon sehr darauf, Dich und all die anderen im nächsten Jahr wiederzusehen! Bis bald, Deine Isabel

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