Isabel Lenuck im Portrait

Isabel Lenuck, CC Lizenz by Malte Klauck von Hamburg FotografiertWenn man von Isabel Lenuck als klassische „Schriftstellerin“ spricht, ist das im Prinzip nicht ganz der passende Ausdruck, denn sie beginnt ihre Kinderbücher meist mit dem unmittelbaren und spontanen Erzählen vor einem kleinen Publikum.

„Jasmin und die Streichholzmenschen“ und das vom Oetinger34-Verlag begeistert besprochene Buch „Die Geheimbande aus der Blumenstraße 22“ hat sie ihren Kindern und deren Freunden Abend für Abend erzählt. Erst später wurden die Texte abgeschrieben und überarbeitet.

„Das fesselnde Erzählen ist in vielen Kulturen der Welt fester Bestandteil des kulturellen Alltages.“ sagt die studierte Tibetologin und Ethnologin. „Wenn es z.B. darum geht, den Rest der Gruppe von der eigenen Meinung zu überzeugen, ist spannendes Erzählen unerlässlich.“

Als Museumspädagogin und Wissenschaftlerin im Völkerkundemuseums Hamburg ist es ihr Spezialgebiet innerhalb kürzester Zeit, komplexe Sachverhalte unterhaltsam zu vermitteln. „Auf Führungen und großen Firmenveranstaltungen muss man sich genau überlegen, welche Aspekte man wählt, um eine verständliche Brücke zwischen den Kulturen zu schaffen und die Besucher dabei gleichzeitig zu unterhalten. So gibt es doch im Grunde genommen kaum Unterschiede z.B. zwischen den Prestigeobjekten der Südsee-Insulaner und den unsrigen. Dort stellte man sich z.B. geschnitzte Rangfiguren vor die Hütte um deutlich zu machen, dass da eine hochkarätige Person wohnt und hier teure Autos. Ist die Aussage aber nicht die gleiche?“

Auch über diese Themen schreibt Isabel Lenuck in Kinderbüchern („Rauru hat Sehnsucht“) und wissenschaftlichen Publikationen („Das Kloster von Rizong, Ladakh“).

In den „Briefen aus Tibet“ berichtet sie lebendig und sehr offenherzig von ihren Erfahrungen der monatelangen Studienreisen in den Himalaya, zu denen sie selbstverständlich auch ihre Kinder mitnahm.

Reisen und Unabhängig sein, kennt sie selbst von Kindesbeinen an. Doch das Wichtigste war in ihrer Großfamilie immer der Zusammenhalt, auch wenn es mal schwierig wird. Das spürt man bis heute: Die Zeichnungen zu „Jasmin und die Streichholzmenschen“ fertigte ihr Vater an. Das gleichnamige Hörbuch produzierte ihr Lebensgefährte in Zusammenarbeit mit dem Schauspieler und Sprecher Thomas G. Westphal.

Eine neue Form der Zusammenarbeit hat sie als eine der wenigen „handverlesenen Autoren“ (FAZ) bei Oetinger34 kennengelernt. In enger Zusammenarbeit mit der NDR Kultur-Moderatorin und Illustratorin Martina Kothe bekam die „Geheimbande aus der Blumenstraße 22“ seine jetzige Form.

Das Oetinger-Lektorat wählte die Geheimbande als „Projekt des Monats“ und lobte: „Was für ein charmanter, warmherziger Text! Ohne Dramatik oder phantastische Elemente und mit einem ganz eigenen Humor, begeistern die Bewohner der Blumenstraße 22 mit Sicherheit sowohl junge Leser als auch ihre Eltern.“

In ihrem Blog „Wellness durch Ethik“ schreibt Isabel Lenuck sowohl über ganz essentielle Dinge wie Sterben und Achtsamkeit, als auch über alltägliche Partnerschaftsstreitereien wegen einer unaufgeräumten Geschirrspülmaschine.

Diese Streitereien entstehen weil: „Der Mensch ist ungleich, ungleich sind die Stunden“ Diesen Satz, der im Foyer des Völkerkundemuseums steht, hat die Ethnologin tief verinnerlicht. „Jeder Mensch, jede Kultur sieht die Welt mit eigenen Augen und eigenen Werten, aber alle glauben fest daran, dass genau sie im Inbegriff der Wahrheit sind und die anderen Unrecht haben. Deswegen entstehen im kleinen wie im großen Auseinandersetzungen. Und obgleich alle Menschen die Welt unterschiedlich wahrnehmen, sind sie in einem vollkommen gleich. Jeder möchte glücklich sein. Nur wie man zum Glück gelangt, darüber gibt es sehr unterschiedliche Meinungen.“

Im November 2014 erscheint ein neues Buch, an dem die Hamburger Autorin mitgearbeitet hat. Diesmal geht es um die Steinzeit. Kurze, kindgerechte Texte, konkrete Aktionsvorschläge und liebevolle Illustrationen zeigen die Ergebnisse der „Elbkinder auf Spurensuche“, einer Zusammenarbeit zwischen dem Archäologischen Museum Hamburg und den „Elbkindern“, das 2012 mit den Hamburger Bildungspreis ausgezeichnet wurde.

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