Zweiter Advent: Virusalarm an Nikolaus!

Nikolaus Isabel LenuckZweiter Advent: Virusalarm an Nikolaus

Den ganzen Tag über hatten sich die Tiere des Kindergartens zusammen mit den Kindern auf den Nikolaustag vorbereitet. Die beiden Mäuseschwestern Ella und Paula, Frieda Schildkröte, der grummelige Fisch Baltasar, die geschwätzigen Papageien Leo und Theo, Karl Krabbe, Anton Frosch und die beiden Blaufische Finni und Mats hatten ihre Käfige geschrubbt und gefeudelt, aufgeräumt und aussortiert.

 

Nun war alles fertig: Die Stiefel der Kinder glänzten in den Schuhfächern und die Kita blitzte nur so vor lauter Sauberkeit. Aufgeregt gingen die Kinder nach Hause. „Heute Nacht kommt der Nikolaus! Heute Nacht kommt der Nikolaus!“ hörten die Tiere noch lange ihre aufgeregten Stimmen rufen.

Frieda Schildkröte seufzte zufrieden. Diese herrliche Vorweihnachtszeit! Es war, als ob sich die Menschen gegenseitig mit Freundlichkeit und Liebenswürdigkeit nur so überschütten wollten. Warum konnte es nur nicht immer so sein? Verträumt schaute sie die blankgeputzten Kinderstiefel an: Was würde der Nikolaus bloß für die Kinder bringen? Und würde er auch an die Tiere denken?

Die beiden Blaufische Finni und Mats konnten vor Vorfreude kaum zur Ruhe kommen. Sie schwammen so schnell im Kreis herum, dass Baltasar Fisch nur den Kopf schütteln konnte: „Dass Kinder immer so übertreiben müssen!“ brummelte er in seine Kiemen hinein. Anton Frosch lachte. „Alte Grummelflosse, als ob du nie jung warst!

Die Tiere warteten weiter. Es wurde acht, neun, zehn, elf, schon schlug die Turmuhr zwölf. Langsam bekam Frieda Schildkröte ein merkwürdiges Gefühl im Bauch. „Irgendwas stimmt hier doch nicht“ dachte sie besorgt. „Der Nikolaus kommt doch sonst auch nicht so spät…“

Inzwischen waren alle anderen Tiere eingeschlafen. Ella und Paula schnarchten in ihre Hängematte, Karl Krabbe träumte lautstark und klapperte mit seinen Scheren und auch den anderen Tieren schien nichts merkwürdig vorzukommen. Nur Frieda lag wach und das Bauchweh wurde von Stunde zu Stunde stärker.

Die Nacht war schon halb vorbei, als es plötzlich am Fenster pochte. Endlich! Der Nikolaus! Von wegen! Anstelle des Nikolauses flatterte Nachtfalter Falko aufgeregt am Fenster umher. „Was will der denn hier?“ dachte Frieda und ließ ihn schnell hinein.

Nikolaus krank „Der Nikolaus ist krank!“ Schnaufte er „Husten, Fieber, 40 Grad. Virusalarm. Nikolaus fällt aus! Muss weiter und es den anderen sagen“ Und schon war er wieder hinausgeflattert.

 

 

Hatten Friedas Bauchschmerzen sie also doch nicht getrogen! Sie wusste doch, dass etwas nicht stimmte!

„Oh Nein, was sollen wir denn jetzt bloß machen?“ Ella und Paula hatten alles mit angehört. Ihre Barthaare zitterten vor Schreck: „Die armen Kinder!“

Im Nu waren alle Tiere wach. Nachdem Frida allen von der Krankheit des Nikolaus erzählt hatte, schwiegen sie bestürzt.

„Was sollen wir denn jetzt bloß machen?“ überlegten sie fieberhaft. Viel Zeit war nicht mehr übrig, schon bald würden die ersten Kinder kommen.

Leo und Theo hatten eine Idee: „Lasst uns mal in der Vorratskammer schauen, was wir da noch an Leckereien finden.“ Schon flatterten sie los. Wenig später lagen auf dem Boden des Spielzimmers 10 Nüsse, 20 Schokoriegel und 8 Äpfel. Das war doch schon mal gar nicht so übel!

Nikolaus Abenteuer„Aber Kinder lieben Spielzeug!“ überlegten die beiden Mäuseschwestern. „Haben wir denn nicht noch irgendwo ein paar Spielsachen liegen, die wir in die Stiefel stecken könnten?“

Karl Krabbe räusperte sich. „Freunde, schaut euch doch nur einmal um.“ Die Tiere blickten sich im Spielzimmer um und es kam ihnen so vor, als täten sie es heute zum ersten Mal:

Die Regale waren bis oben hin voller Spielsachen, Bücher, Stofftiere, Autos, Murmeln und Malsachen.

„Ich hab“ rief plötzliche Ella Mäuseschwester. „Wir legen den Kindern einfach ihre Lieblingsspielsache ins Stiefelchen!“ Die andern Tiere nickten begeistert. „Das ist eine tolle Idee.“

Frieda klatschte in die Hände. „So machen wir es! Naschis und das Lieblingsspielzeug. Dann freuen sich die Kinder einfach ein zweites Mal darüber! Hurra, Nikolaus ist gerettet!“

„Autos für Tim. Ein Buch für Elisabeth, Klapperschuhe für Fiorenza, Murmeln für Carlotta, das Spieltelefon für Salome, die Babypuppe für Vincent!“ Im Nu waren die Stiefel mit Spielsachen und Naschis gefüllt. Schon hörten sie die aufgeregten Kinderstimmen vor der Tür.

„Tempo, Tempo, schnell in die Käfige“ schrie Baltasar Fisch, der die ganze Zeit die Uhr im Blick behalten haben.

Auf die Sekunde genau war das letzte Stiefelchen gefüllt und die Tiere im Käfig, das war ja gerade noch einmal gut gegangen…

„Oh, wie toll! Das ist ja mein Lieblingsauto!“ staunte Tim, als er in seinen Schuh schaute „Danke, lieber Nikolaus.

„Und ich habe Klapperschuhe bekommen!“ jubelte Fiorenza und strahlte wie ein Honigkuchenpferd von einem Ohr zum anderen. „Woher wusste der Nikolaus, dass ich die sooo toll finde?“

Nikolaus gerettet LenuckDer Nikolaustag war gerettet! Die Kinder spielten glücklich mit ihren Spielsachen und aßen Schokolade und Nüsse.

Jetzt konnten sich auch die Tiere endlich entspannen. Müde legte sich Frieda Schildkröte auf ihren Stein und schlief sich den ganzen Tag über so richtig aus. Auch Ella und Paula schnarchten in ihren Hängematten, nachdem sie sich ein paar leckere Kekse erbettelt hatten. Und auch Leo und Theo steckten sich satt und glücklich die Köpfe unter die Flügel.

Ein behagliches Seufzen entschlüpfte sogar der alten Grummelflosse Baltasar Fisch. „Wer sagt denn, dass es immer etwas Neues sein musste?“ murmelte er zufrieden.

Was für eine herrliche Adventszeit…

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